SAMMLUNG Brühe

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Cui Jie

Office

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“With globalization, though, the whole concept of so-called “Chinese characteristics” has been blurred. But even though I don’t emphasize them, there are definitely some Chinese “symbols” that I’ve been exposed. But whether these symbols come out in my work is something the audience needs to decide.”

Cui Jie (geboren 1983 in Shanghai) zählt zu einer jungen Generation von chinesischen Malern, die sich von der Vergangenheit und den dominierenden Malstilen der letzten Jahrzehnte deutlich emanzipiert haben. Nach ihrem Abschluss an der China Academy of Art in Hangzhou wird Cui rasch bekannt durch Arbeiten, die unsere scheinbar objektive Wahrnehmung von Realität in Frage stellen: Astronauten marschieren durch die Verbotene Stadt oder Schönheitsköniginnen versammeln sich zu einem Photoshooting auf dem Mond. Ihre Malweise ist dabei beherrscht von einer fast lieblich anmutenden Farbpalette und einem eher pastosen Duktus.

In ihren jüngsten Arbeiten wendet sie sich einem weniger verspielten Stil und eher dezenteren Tönen zu. Unter anderem durch Orson Welles‘ Filme beeinflusst, setzt sie sich in ihren figurativen Arbeiten mit der Beziehung zwischen Raum und Figur auseinander. In einer zweiten Gruppe von Werken reduziert sie das Sujet auf menschenleere Stadtlandschaften, die fremd und vertraut zugleich scheinen.

Cuis Arbeiten werden weltweit gezeigt, u. a.: Face, Minsheng Art Museum, Shanghai (2012), 4. Prag-Biennale (2009), Poetic Realism: A Reinterpretation of Jiangnan – Contemporary Art from South China, Centro de Arte Tomás y Valiente, Madrid (2008), Notes of Conception, Iberia Center for Contemporary Art, Peking (2008).

Die Arbeit Office von 2012 nimmt den Betrachter bereits durch die imposanten Maße von 180 x 180 cm ein. Durch die Technik der Schichtenmalerei und das klassische Medium Öl auf Leinwand erreicht Cui eine strahlend-schimmernde Oberfläche und Bildtiefe zugleich, die auch die Unterschichten an manchen Stellen preisgibt.

Zu sehen ist ein Raumgefüge, das durch verschiedene architektonische Elemente wie zum Beispiel Säulen oder hölzern wirkende Kuben untergliedert ist. Im Hintergrund wird eine Tür sichtbar, die in einen Hinterraum zu führen scheint. Ebenso erkennt man ein zweites Geschoss, das nur fragmentarisch gezeigt ist. Doch wird das Bild von einer abstrakten, grauen Fläche dominiert, die fast die Hälfte des Bildes einnimmt. So entsteht ein leerer, verlassen wirkender Raum, der durch das Wechselspiel von abstrakten und konkreten Formelementen letztendlich undefiniert bleibt.

Cui verwendet bewusst das Fragmentarische. In ihren urbanen Landschaften ruft sie vertraute Assoziationen hervor. Aber zugleich wirken ihre Szenarien auch rätselhaft, fast befremdend. Cui schafft damit ein Gefühl von Entwurzelung, das in so vielen chinesischen Städten vorzuherrschen scheint. „Cui Jie uses painting to connect the alienation people feel in relation to one another with the alienation they feel in relation to the city. And in these multi-perspective spaces, she parses out the true sense of human and material existence”, so die Kritikerin Gu Ling.

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